Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte
Kurzbeschreibung Die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte zeigen, wie Smart-City-Maßnahmen im ländlichen Raum durch interkommunale Bündelung und institutionelle Auslagerung nachhaltig verstetigt werden können. Zentrales Element ist die IKT-Ost AöR als gemeinsamer IT-Aufgabenträger, der strategische, rechtliche und technische Kompetenzen bündelt und Smart-City-Leistungen als skalierbare Services für Landkreise und Gemeinden entwickelt. Ausgangslage und Zielsetzung Vor dem Hintergrund begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen in ländlich geprägten Kommunen zielte das Modellvorhaben darauf ab, dauerhaft tragfähige Strukturen für datenbasierte Verwaltung, Umweltmonitoring und digitale Beteiligung aufzubauen. Die Verstetigung war von Beginn an handlungsleitend, da die förderfinanzierte Umsetzungsphase nur ein Jahr umfasste. Ansatz zur Verstetigung • Institutionelle Bündelung: Beide Landkreise beauftragten die IKT-Ost AöR mit der Umsetzung aller Maßnahmen. Damit wurden Betrieb, Weiterentwicklung und Verstetigung bewusst außerhalb einzelner Kreisverwaltungen verankert. • Serviceorientierte Ausrichtung: Die Maßnahmen wurden so konzipiert, dass daraus konkrete Leistungsangebote entstehen, die nach Förderende weiterbetrieben und refinanziert werden können. • Interkommunale Skalierung: Die entwickelten Services stehen nicht nur den beiden Landkreisen, sondern auch Gemeinden und weiteren Kommunen der Region zur Verfügung. • Open-Source-Strategie: Technische Lösungen basieren konsequent auf Open Source und werden offen weitergegeben, um Nachnutzung und Weiterentwicklung zu erleichtern. Beispiele verstetigter Maßnahmen • Offene Urbane Datenplattform: Aufbau einer landkreisübergreifend nutzbaren Datenplattform inklusive verabschiedeter Datenstrategie und einer Datenkompetenzstelle zur langfristigen Betreuung. • Gewässersensorik und Datenanalyse: Ausbau von Sensorik in Gewässern beider Landkreise zur Analyse der Wasserqualität und Unterstützung umweltbezogener Entscheidungen. • **Digitale Beteiligung („maches-digital.de“) **: Entwicklung und Betrieb einer regional nutzbaren Beteiligungsplattform für digitale Beteiligungsformate. Good Practice im Fokus: „maches-digital.de“ Die Beteiligungsplattform maches-digital.de wurde bereits in der Strategiephase entwickelt und in der Umsetzungsphase gezielt ausgebaut und beworben. Sie basiert auf der Open-Source-Software Consul (Mehr Demokratie e. V.). Erweiterungen aus dem Projekt wurden auf openCode veröffentlicht und stehen damit anderen Kommunen zur Nachnutzung offen. Die IKT-Ost übernimmt für Gemeinden eine aktive Service-Rolle: technische Betreuung während der Beteiligungsverfahren, Unterstützung bei der Konzeption sowie Bereitstellung von Projektleitfäden und Schulungsmaterialien. Damit wird Beteiligung auch dort ermöglicht, wo eigene personelle Ressourcen begrenzt sind. Mehrwert für die Verstetigung Durch die Transformation von Projektmaßnahmen in Serviceangebote konnte ein tragfähiges Modell für Refinanzierung und Skalierung geschaffen werden. Die Kommunen profitieren von professionellen, zentral bereitgestellten Leistungen, ohne selbst dauerhaft Spezialkompetenzen aufbauen zu müssen. Zentrale Lernerfahrungen • Interkommunale IT-Träger können Verstetigung im ländlichen Raum maßgeblich erleichtern. • Service- und Geschäftsmodelllogiken erhöhen die wirtschaftliche Tragfähigkeit über die Förderphase hinaus. • Open Source und offene Entwicklungsprozesse stärken Nachnutzung, Transparenz und regionale Skalierung. • Früher Fokus auf Verstetigung ist insbesondere bei kurzen Förderlaufzeiten entscheidend. Übertragbarkeit Sehr hoch – insbesondere für ländliche Regionen, die Smart-City-Maßnahmen über gemeinsame IT-Strukturen, servicebasierte Modelle und Open-Source-Ansätze nachhaltig etablieren und regional skalieren möchten.
